Seid ihr bio-zertifiziert?
Derzeit sind zwei der drei Produktionsbetriebe bio-zertifiziert (Saatje und Wegwarte). Der dritte Betrieb (See.Saat) ist bis September 2027 noch in Umstellungszeit. Dieser kann nur für Betriebe Saatgut produzieren, die nicht-zertifiziertes Saatgut nutzen können.
Wir kaufen Jungpflanzen zu. Können wir trotzdem mitmachen?
Auf jeden Fall! Ihr könnt gerne ein Teil von teilsam sein und nur das Saatgut für eure Säkulturen von uns beziehen.
Es ist schon so gedacht, dass wir nur das Saatgut bekommen, das wir aussuchen, oder?
Ja. Ihr sagt uns welche Sorten ihr beziehen möchtet, wir informieren euch, was wir davon vermehren können und dürfen. Nach der Saison bekommt die Info von welcher Sorte welche Mengen produziert wurden und könnt dann endgültig eure Sorten und Mengen festlegen. Jeder Betrieb ist anders und hat unterschiedliche Saatgutbedarfe. Daher würde ein festgelegtes Kontingent an Saatgut, das für alle Betriebe gleich ist, völlig realitätsfremd sein.
Wie hoch ist der Richtwert?
Einen Richtwert gibt es nicht, da der passende Ernteanteil jeder Solawi ja so unterschiedlich ist (bedingt durch die Anzahl der Ernteanteile, die eigene Jungpflanzenanzucht ja oder nein, etc.). Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Ihr müsst für euch selbst einen stimmigen Betrag finden, mit dem ihr zu den Produktionskosten von teilsam beitragen wollt. Orientierungshilfen sind dabei erfahrungsgemäß eure bisherigen Kosten für’s Saatgut plus Soliaufschlag (da zu bedenken ist, dass unsere Produktionskosten weitaus höher sind, als die hocheffizienten Abläufe großer Saatguthändler), eine prozentuale Umlage auf eure Ernteanteile (x€/Anteil für Saatgut), o.ä.
Wie funktioniert eure Online-Beitragsrunde?
Da unsere Mitglieder in ganz Deutschland (und darüber hinaus) verteilt sind, können wir uns leider für die Betragsrunde nicht zusammensetzen. Daher findet sie digital und über einen längeren Zeitraum im Januar statt. Wir informieren euch per Mail über unser benötigtes Budget und bitten euch Anfang Januar uns mit einer Mail zu antworten in der ihr zwei Beträge definiert – einen, den ihr mit Leichtigkeit geben könnt, und einen, der eher eure Schmerzgrenze definiert. Dann laden wir zu einem digitalen Treffen ein, um mit euch gemeinsam den Umgang mit eurem freiwilligen Beitrag zu reflektieren. Keinen Richtwert zu haben ist schließlich ungewohnt für uns. Nach diesem Treffen bitten wir euch uns bis Ende Januar euren endgültigen finanziellen Beitrag zu nennen.
Wer sucht die Sorten aus?
Welche Sorten auf unseren Betrieben wachsen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. In erster Linie sind eure Sortenwünsche bestimmend, außerdem spielen die jeweiligen Standortbedingungen und unsere persönlichen Präferenzen eine Rolle. Wir möchten resiliente Sorten erhalten, die zum jeweiligen Standort passen und uns Freude machen. Die Erhaltung schmackhafter, vielfältiger und besonderer Sorten ist uns ein Anliegen.
Warum gibt es nur ein begrenztes Kulturangebot bei euch?
Während ihr im Gemüsebau spätestens nach wenigen Monaten mit der ersten Ernte für eure Mitglieder aufwarten könnt, liegt es beim Saatgut in der Natur der Sache, dass das Erntegut erst nach ein bzw. bei manchen Kulturen sogar erst nach zwei Jahren zur Verfügung steht. Wir sind ein junger Verein und die Produktionsbetriebe konnten noch keine großen Vorräte anlegen. Mit den Jahren – und euren Sortenwünschen – wird unser Sortiment wachsen. Manche Kulturen sind auf kleinen Betrieben schwer in dauerhaft guter Qualität zu erzeugen. Daher wird es manches Saatgut wohl erstmal nicht bei uns geben (dies betrifft vor allem die Vielfalt an Kohlsorten).
Wir sichert ihr die Saatgutqualität?
Erstmal halten wir uns an die gesetzlichen Vorgaben. Die Keimfähigkeit, Reinheit und Gesundheit unserer Pflanzen und des Saatgutes wird durch Tests, Kontrollen und Maßnahmen durch uns und durch den Pflanzenschutzdienst gesichert. Sowohl in der Anzucht, als auch in der Kulturführung und bei der Ernte werden die Pflanzen nach verschiedenen Kriterien beobachtet und bewertet – bonitiert und selektiert nennen wir das. Und wir ergreifen die entsprechend notwendigen Maßnahmen, um Verkreuzungen zwischen verschiedenen Sorten zu verhindern. So stellen wir auch sicher, dass das Sortenbild erhalten bleibt.
Wann erfahre ich, wie viel von welcher Sorte vorhanden ist?
Als Mitglied erfahrt ihr Ende November/Anfang Dezember, wenn das meiste Saatgut gedroschen und aufbereitet wurde, wie viel von der jeweiligen Sorte vorhanden ist. In der Regel wird so viel produziert, dass ein Überschuss entsteht, denn die Bedarfe der Mitglieder sollen gedeckt sein. Im Laufe der Jahre entsteht ein breites Sortiment und ein Lager auf das zurückgegriffen werden kann. Biologisch bedingt gibt es beispielweise mehr Überschüsse beim Fruchtgemüse als bei den Grobleguminosen.
Wie wird die Ernte aufgeteilt, wenn sie nicht für alle reicht?
Grundsätzlich planen wir unseren Anbau so, dass eure Bedarfe gedeckt sind. Durch unser System aus verschiedenen Betrieben gibt es ansonsten idealerweise einen Ersatz in Form einer anderen Sorte auf einem unserer anderen Betriebe. In einem allgemein schwierigen Saatgut-Jahr oder wenn eine Kultur mal total ausfällt, finden wir dafür getreu der Idee der Solidarischen Landwirtschaft eine gemeinsame Lösung. Im Gespräch mit euch wägen wir die Bedarfe ab und verteilen dementsprechend das Saatgut. Unter Umständen muss individuell zugekauft werden.
Wann bekommen wir unseren Ernteanteil?
Nach Saisonende der jeweiligen Kulturen werden die Früchte und Samenstände geerntet, getrocknet und gereinigt. Über den Jahreswechsel wird das Saatgut dann geprüft, abgepackt und im Januar an euch verschickt, damit alle Mitgliedsbetriebe rechtzeitig mit dem teilsam-Saatgut in die neue Saison starten können.
Wie sieht der Jahreszyklus eines Jahres als Mitglied bei euch aus?

Können wir als Mitglied im Laufe des Jahres noch mehr Saatgut nachfragen?
Wenn euch eine Aussaat missglückt ist, oder ihr Mengen nachjustieren müsst, fragt gern nach. Sofern wir noch Saatgut haben, schicken wir euch gern welches zu. Denn die Kosten für die Produktion sind von euch ja bereits mitgetragen worden.
Bekommen wir eine Rechnung für das Saatgut?
Ja. Wir stellen Rechnungen und Lieferscheine aus, damit ihr als Betrieb mit Ökokontrolle und Finanzamt keine Schwierigkeiten habt und problemlos Saatgut von uns beziehen könnt.
Welche Info benötigt teilsam von den teilnehmenden Betrieben, um selbst gut in die Saison zu starten?
Wir benötigen vor Weihnachten/spätestens im Laufe des Januars eure Sortenwünsche und groben Mengenbedarfe (bedenkt dabei, dass wir erst für eure übernächste Saison produzieren) und die Information, ob euer Betrieb bio-zertifiziert ist oder nicht.
Kann ich auch Saatgut von euch beziehen, wenn ich nicht Mitglied bin?
Ende Dezember steht fest, wieviel Überschuss produziert wurde, sobald die Mitglieder ihre benötigten Mengen festgelegt haben. Was darüber hinaus produziert wurde, kann dann an potenzielle neue Mitglieder und Interessierte abgegeben werden.